Empfohlener Kaufpreis Mégane, Focus und 308

Wählen Sie ein Modell, einen Motor, ein Baujahr und eine Ausführung aus. Anschließend zeigen wir Ihnen einen ungefähren Richtpreis mit einer Bandbreite von ± 500 €.

Bitte beachten Sie: Dies ist eine grobe Angabe. Kilometerstand, Zustand und Wartung können den Wert erheblich beeinflussen.

Peugeot 308, Renault Megane, Ford Focus

Wenn Sie auf der Suche nach einem erschwinglichen gebrauchten Familienauto sind, gelangen Sie schnell in eine Kategorie, in der Sie überraschend viel für Ihr Geld bekommen. Autos, die einst massenhaft geleast wurden, ordentlich gewartet wurden und nun für weniger als fünftausend Euro zu haben sind. Drei Modelle fallen dabei sofort ins Auge: der Renault Mégane III (2008–2015), der Ford Focus Mk3 (2010–2018) und der Peugeot 308 der zweiten Generation (2014–2021). Sie sind nicht für ihren Status bekannt, sondern für ihren Komfort, ihr gutes Fahrverhalten und ihre erschwinglichen Wartungskosten. Zumindest, wenn man den richtigen Motor wählt. Und genau da liegt die Nuance, denn nicht jede Version war gleichermaßen problemlos.

In diesem Artikel gehen wir in verständlicher Sprache auf alle wichtigen Unterschiede ein. Von der Raumnutzung bis zum Sicherheitsniveau, aber vor allem auf die Motoren, die man am häufigsten auf dem Gebrauchtwagenmarkt findet. Nicht allgemein, sondern ganz konkret nach Baujahr und Leistungsvariante. So können Sie später ohne großen Aufwand eine kluge Entscheidung treffen.

Raum und täglicher Gebrauch

Vorne sitzt man in allen drei Autos gut, auch wenn man etwas größer ist. Der Focus hat die sportlichsten Sitze, der Mégane ist etwas weicher gefedert und entspannter, und der 308 fühlt sich dank des kleinen Lenkrads und des schnittigen Armaturenbretts am modernsten an. Das kleine Lenkrad ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber viele Leute finden es letztendlich angenehm.

Im Fond gibt es deutliche Unterschiede. Der Mégane und der Focus bieten ausreichend Platz für Kinder und kurze Fahrten mit Erwachsenen. Der 308 hat den geringsten Fußraum im Fond. Wer häufig mit Erwachsenen im Fond fährt, wird dies bemerken. In Bezug auf den Kofferraum ist der 308 SW hingegen eines der geräumigsten Autos seiner Klasse. Der Focus Wagon hat praktisch die quadratischste Aufteilung, während der Mégane Estate eine niedrige Ladekante hat und daher praktisch für Einkäufe und Kinderwagen ist.

Isofix ist überall verfügbar, und die hinteren Türen lassen sich weit genug öffnen, um Kindersitze anzubringen. Der 308 ist innen straffer und moderner, der Focus wirkt traditionell und ergonomisch, und der Mégane hat diesen typisch französischen, leicht komfortablen Ansatz.

Sicherheit

Alle drei Modelle erhielten in ihren Testjahren bei Euro NCAP fünf Sterne. Dabei muss man allerdings sagen, dass der Mégane 2008 getestet wurde, als die Normen noch weniger streng waren als später. Der Focus Mk3 erhielt gute Bewertungen für den Schutz von Erwachsenen und Kindern. Der Peugeot 308 verfügt in den gehobenen Ausstattungsvarianten über modernste Assistenzsysteme wie Müdigkeitserkennung und Totwinkelüberwachung. Konstruktiv ist der Focus das stabilste Auto der drei und fühlt sich auf der Autobahn am stabilsten an.

Ausstattung und Komfort

Der Mégane ist überraschend reichhaltig ausgestattet, wenn Sie ein Modell der Ausstattungsvarianten Dynamique oder Bose finden. Die Sitze sind bequem und das gesamte Fahrzeug vermittelt ein angenehmes Gefühl. Das Infotainmentsystem ist veraltet, aber für diese Preisklasse ist das kein Problem.

Die Titanium-Ausführungen des Focus verfügen über eine recht luxuriöse Ausstattung, darunter bessere Sitze, eine automatische Klimaanlage und teilweise eine beheizbare Windschutzscheibe. Die Basisversionen sind jedoch spartanisch ausgestattet und daher weniger attraktiv.

Der 308 sieht aus und fühlt sich an wie das Neueste vom Neuen. Das digitale Armaturenbrett, das kleine Lenkrad und das minimalistische Interieur lassen das Auto moderner erscheinen, als sein Alter vermuten lässt. Nur die Tatsache, dass fast alle Funktionen über den Touchscreen bedient werden, kann etwas gewöhnungsbedürftig sein.

Fahren

Der Focus ist zweifellos das Auto mit dem besten Handling in dieser Liste. Das Fahrwerk ist straff, berechenbar und angenehm. Dies ist das Auto, für das Sie sich entscheiden, wenn Sie gerne Kurven fahren und ein lebendiges Fahrgefühl wünschen.

Der Mégane setzt auf Komfort. Die Federung dämpft gut und man kann damit entspannt lange Strecken fahren. Das Lenkverhalten ist angemessen, aber es ist kein sportliches Auto.

Der 308 ist der leichteste der drei und das spürt man auch. Er reagiert schnell auf Lenkbewegungen, fährt sich angenehm und ist überraschend leise. Vor allem die Automatikversion mit EAT6 wirkt ausgereift.

Die Motoren: Hier entscheiden Sie über die Qualität Ihres Kaufs

Dies ist der wichtigste Teil. Die meisten Probleme bei diesen drei Fahrzeugen hängen mit bestimmten Motoren aus bestimmten Baujahren zusammen. Deshalb gehen wir pro Marke und pro Motor auf die genauen Problemjahre ein und darauf, was Sie erwarten können.

Ford Focus Mk3: Der 1.0 EcoBoost im Detail

Der 1.0 EcoBoost ist der meistverkaufte Benzinmotor im Focus Mk3. Er war mit 100 oder 125 PS erhältlich. Beide Versionen sind technisch nahezu identisch: gleicher Motorblock, aber mit unterschiedlichem Zylinderkopf und unterschiedlicher Software, wodurch der 125-PS-Motor etwas stärker ist.

Die kritischen Jahre sind 2012, 2013 und 2014. In diesem Zeitraum war das Kühlsystem anfällig und Kühlflüssigkeit konnte langsam austreten. Dies führte manchmal zu Überhitzung und in extremen Fällen zu Motorschäden. Im Jahr 2015 wurde die Kühlung verbessert und seit 2016 sind die meisten Probleme behoben.

Das zweite bekannte Risiko ist der Zahnriemen im Ölbad. Alle 1.0 EcoBoosts bis einschließlich 2017 verfügen über diese Konstruktion. Wenn das Öl zu alt wird, kann der Riemen weich werden und Teile verlieren. Diese können das Ölpumpensieb verstopfen und so zum Stillstand des Motors führen. Die Lösung ist einfach: Kaufen Sie nur ein Exemplar mit nachweislich kurzem Ölwechselintervall und planen Sie einen vorbeugenden Austausch, wenn es sich der 150.000-km-Marke nähert.

Der Turbo hält in der Regel lange, wird jedoch bei langen Ölwechselintervallen und vielen kurzen Fahrten anfällig. Ein pfeifender Turbo oder Leistungsverlust sind deutliche Anzeichen dafür.

Kurzer Tipp: Entscheide dich am besten für einen 1.0 aus 2016 oder 2017, gut gepflegt, am besten mit 125 PS, weil der besser fährt.

Renault Mégane III: der 1.2 TCe und die Dieselmotoren

Der 1.2 TCe-Benzinmotor ist theoretisch modern und leistungsstark, aber von 2012 bis 2014 gab es strukturelle Probleme. Ölverbrauch, Kettenverschleiß und Kompressionsverlust traten häufig auf. Die Baujahre 2015 und 2016 sind besser, aber auch hier muss man wachsam bleiben. Ein klappernder Kaltstart ist ein schlechtes Zeichen. Wenn der Motor ordnungsgemäß gewartet wurde und ein neuer Kettensatz oder ein Austauschmotor vorhanden ist, kann es sich um einen guten Kauf handeln, aber ohne Nachweis ist das Risiko groß.

Der ältere 1.4 TCe war bis etwa 2012 ebenso anfällig für Kettengeräusche und Turboverschleiß. Seit 2013 sind diese Motoren zuverlässiger.

Die Dieselseite ist interessanter. Der 1.5 dCi war mit 90 und 110 PS erhältlich. Bei den Baujahren 2008 bis 2011 gab es gelegentlich Probleme mit den Pleuellagern, aber im Mégane III ab 2012 sind diese Motoren deutlich besser. Die 110-PS-Version ist die beste Wahl, da der Motor weniger arbeiten muss.

Besonders empfehlenswert ist der 1.6 dCi mit 130 PS. Dieser zwischen 2012 und 2016 gebaute Motor ist bekannt für seine Leistungsstärke, Sparsamkeit und Zuverlässigkeit. Nur bei extrem vielen Stadtfahrten kommt es zu Problemen mit EGR oder DPF, aber die Grundkonstruktion ist ausgezeichnet.

Peugeot 308: der 1.2 PureTech und die BlueHDi-Dieselmotoren

Der 1.2 PureTech ist der Motor, den fast jeder in einem 308 vorfindet. Dieser Motor wurde ab 2014 mit 110 und 130 PS angeboten. Technisch gesehen handelt es sich um die gleichen Motoren, die lediglich unterschiedlich programmiert sind. Das Problem liegt im Zahnriemen, der im Öl läuft. Die ersten Generationen, insbesondere von 2014 bis 2017, weisen ein erhöhtes Verschleißrisiko auf. Der Riemen kann aufquellen und Gummiteile können in das Öl gelangen. Dies führt zu verstopften Ölfiltern und manchmal sogar zu Motorausfällen.

Ab 2018 wurde ein angepasster Riemen verwendet, und seit 2020 sind die meisten Probleme behoben. Dennoch ist es weiterhin wichtig zu überprüfen, wann der Riemen ausgetauscht wurde und ob das richtige Öl verwendet wurde. Das EAT6-Automatikgetriebe, das häufig in der 130-PS-Version verbaut ist, ist eines der besten Automatikgetriebe in diesem Segment und sehr zuverlässig.

Die BlueHDi-Dieselmotoren sind eine Mischung aus hervorragend (2.0 BlueHDi) und mittelmäßig (1.6 HDi). Der 1.6 BlueHDi zwischen 2014 und 2016 weist bei schlechter Wartung manchmal Turboschäden auf. Der 2.0 BlueHDi ist leistungsstark und solide, aber frühe Baujahre um 2015 und 2016 hatten Störungen am AdBlue-System. Seit 2018 sind diese Systeme viel zuverlässiger.

Welches Auto passt am besten zu wem?

Der Mégane III ist ideal, wenn Sie ein komfortables, geräumiges Auto ohne Schnickschnack suchen. Die beste Wahl sind der 1.6 16V Benziner oder der 1.6 dCi Diesel. Die TCe-Modelle sollten Sie nur kaufen, wenn Sie über korrekte Wartungsunterlagen verfügen.

Der Focus Mk3 eignet sich besonders für Menschen, die ein angenehmes Fahrerlebnis schätzen. Der 1.0 EcoBoost aus der späteren Serie (2016–2017) ist eine gute Option, sofern er gut gewartet wurde. Dieselmotoren sind in der 115-PS-Ausführung am besten geeignet.

Der Peugeot 308 fühlt sich am modernsten an und ist sehr effizient. Der PureTech ab 2018 ist akzeptabel, sofern der Riemen gemäß der neuen Richtlinie ausgetauscht wurde. Der 130 PS mit EAT6-Automatikgetriebe ist die beste Kombination.

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