Bearman zeigt Geschwindigkeit, aber es fehlt ihm noch an Beständigkeit
Ollie Bearman beeindruckte in Mexiko. Er konnte sich problemlos mit erfahrenen F1-Fahrern messen und zeigte eine starke Leistung. Das bestärkt die Idee, dass er eines Tages für Ferrari fahren könnte. Aber das ist noch nicht sicher.
Ferrari hat hohe Ansprüche. Die Scuderia sucht nicht irgendeinen jungen Fahrer. Sie will jemanden, der das Potenzial hat, Weltmeister zu werden. Bearman wird also nicht mit Fahrern aus dem Mittelfeld verglichen, sondern mit Spitzenfahrern wie Charles Leclerc.
Wo die Dinge gut laufen
Bearman hat eine Menge Geschwindigkeit. Er ist oft schneller als Teamkollege Esteban Ocon. Er fühlt sich in schnellen, instabilen Situationen wohl. Er traut sich, spät zu bremsen und scharf zu lenken. Das passt gut zu den heutigen Bodeneffekt-Autos.
Es gibt mehrere starke Rennen. In Saudi-Arabien fuhr er letztes Jahr anstelle eines abwesenden Ferrari-Fahrers ohne Freitagstraining auf einen hervorragenden siebten Platz. Das zeigte, dass Ferrari viel Vertrauen in ihn hat. Auch in China, Japan und Singapur zeigte er gute Leistungen. In Mexiko hatte er ein besonders starkes Wochenende.
Tendenz steigend
Seit der Sommerpause hat sich seine Form verbessert. In den sechs Rennen nach August holte er in vier Rennen Punkte. Damit mausert er sich zu einem ernsthaften Anwärter auf den Titel des besten Neulings.
Wo er noch lernen muss
Der größte Knackpunkt ist die Beständigkeit. Bearman läuft oft zu Höchstform auf, lässt aber die von Spitzenteams erwartete Gleichmäßigkeit vermissen. In dieser Saison machte er mehrere Fehler und wurde manchmal in Zwischenfälle verwickelt, die er möglicherweise hätte vermeiden können.
- Zehn Rennen ohne Punkte, trotz einiger Sprintrennen mit Punkten.
- Zehn Plätze in der Startaufstellung in Großbritannien nach Kollision bei der Boxeneinfahrt unter roter Flagge.
- Crashs in Australien während FP1 und FP3.
- Strafe in Monaco wegen Überholens kurz nach einer roten Flagge.
- Brüche und Schäden durch zu weite Kurven in Ungarn.
- Kollisionen mit Yuki Tsunoda in Austin und Carlos Sainz in Monza.
- Track-Limits-Strafe beim Sprint in den USA.
- Umwerfende Geschwindigkeit, aber Pech in Belgien wegen Motorproblemen.
- In Imola war er schnell, hatte aber im Qualifying Pech und im Rennen ein nicht richtig befestigtes Rad.
- Crash in Q2 in Aserbaidschan, als er schnell war.
Es gab auch Rennen wie Bahrain, Miami, Kanada und Österreich, in denen er nicht immer im richtigen Moment das Beste daraus gemacht hat. In Spanien bekam er eine Strafe, weil er einen Vorteil nutzte, indem er von der Strecke abkam.
Was Ferrari sucht
Ferrari legt nicht nur Wert auf Geschwindigkeit. Sie achten auch auf technisches Verständnis, harte Arbeitsmoral und die Fähigkeit, sich an einem Wochenende zu verbessern. Wichtig ist, dass ein Fahrer schnell ist, ohne ständig das Limit zu überschreiten. In dieser Hinsicht muss Bearman noch Fortschritte machen.
Das Timing und der Weg nach Maranello
Ein freier Platz bei Ferrari wird nicht so bald frei werden. Die früheste Möglichkeit besteht erst 2027, und das hängt von größeren Veränderungen bei anderen Spitzenfahrern ab. Bearman hat also Zeit. Er fährt jetzt bei Haas, einem Team, wo er seine Entwicklung ohne den unmittelbaren Druck von Ferrari zeigen kann.
Die nächsten Saisons sind entscheidend. Wenn er seine Fehler begrenzt und seine positive Linie beibehält, wird er bei Ferrari ganz oben auf der Liste stehen, sobald ein Platz frei wird. Haas bietet ihm dafür die ideale Bühne.
Fazit: vielversprechend, aber noch keine Gewissheit
Bearman hat den Grundstein gelegt. Er ist schnell und zeigt mentale Zähigkeit. Aber er muss noch beweisen, dass er jede Woche auf höchstem Niveau fahren kann. Und genau das ist es, was Ferrari verlangt.
Er ist noch nicht so weit, aber er ist dabei, eine überzeugende Bilanz vorzuweisen. Wenn er seine Beständigkeit verbessert, könnte er in ein bis zwei Jahren der beste Kandidat sein, wenn Ferrari eine Entscheidung treffen muss.