Ein unerwarteter Sieg

Alpine hat in Fuji einen Überraschungssieg in der Hypercar-Klasse errungen. Das Auto #35 mit Charles Milesi, Paul-Loup Chatin und Ferdinand Habsburg gewann nach einem Rennen mit drei Safety-Car-Phasen und fünf Gelbphasen auf der gesamten Strecke. Der Sieg wurde durch eine mutige strategische Entscheidung in der Schlussphase errungen.

Das kluge Glücksspiel, das das Rennen entschied

Zu Beginn des Rennens traf Habsburg einen Toyota und erhielt eine Fünf-Sekunden-Strafe. Infolgedessen fiel der #35 weit zurück. Dennoch kam Alpine dank eines guten Rennmanagements und eines mutigen letzten Boxenstopps zurück: nur zwei Reifenwechsel. Dieser kurze Stopp verschaffte Milesi zwei heiße Reifen für seine Out-Lap. Dieser Vorteil erwies sich als entscheidend, um die Führung zu übernehmen.

Warum dieser Sieg wichtig ist

Der Sieg kommt zum perfekten Zeitpunkt. Alpine hatte einen starken Start mit Podiumsplätzen, fiel dann aber weit zurück. Sie wurden unter anderem Neunter in Le Mans und in São Paulo und Elfter in Austin. Innerhalb des Teams wurde der Druck immer größer. Gleichzeitig gab es beim Autohersteller Veränderungen im Management und Budgetkontrollen. Der Sieg sendete eine klare Botschaft an das Management: Der Einsatz in der WEC liefert Ergebnisse und ist keine unnötigen Kosten.

Der Underdog unter den Giganten

Alpine arbeitet als eines der kleineren Werksteams. Sein Budget und seine Testkilometer sind im Vergleich zu Toyota, Ferrari, Porsche, Cadillac und BMW begrenzt. Alpine verfügt über weniger hoch entwickelte Simulatoren und weniger Testtage. Dennoch zeigt das Hypercar-Programm, dass kleinere Teams gewinnen können, wenn Strategie, Präzision und Mut zusammenkommen. Der Sieg in Japan unterstreicht dies.

Signatech: das Rückgrat des Programms

Die Zusammenarbeit mit Signatech ist entscheidend. Signatech hat jahrelange Erfahrung in unteren Klassen und in Le Mans gesammelt. Diese Erfahrung machte den A424 möglich. Alpine hat 2024 fast die Hälfte von Signatech übernommen und damit die Grenzen zwischen Hersteller und Partner verwischt. Der Sieg in Fuji bestätigt, dass das gemeinsame Modell funktioniert.

Ein unruhiges 2025

Das Jahr 2025 brachte viele Veränderungen. Es gab personelle Veränderungen in der Motorsportabteilung. Auch die Formel-1-Motorenstrategie änderte sich, da Alpine ab 2026 in der Formel 1 auf Mercedes-Motoren umstieg. Außerdem übernahm Alpine die Montage und Wartung des A424-Motors im eigenen Werk in Viry-Chatillon, nachdem Mecachrome zuvor viele Teile entwickelt hatte.

Vorbereitungen für 2026

Alpine ruht sich auf diesem Sieg nicht aus. Der A424 war ursprünglich als Low-Drag-Auto für Le Mans konzipiert. Die BoP-Modifikationen erforderten jedoch mehr Leistung bei niedrigen Geschwindigkeiten. Bei geringem Abtrieb ist es schwierig, diese Leistung sinnvoll zu nutzen. Deshalb setzt Alpine jetzt einen seiner Evo-Joker ein, um die Aerodynamik zu verändern: weniger extreme Low-Drag-Teile und mehr Abtrieb.

  • Ein Evo-Paket, das für mehr Abtrieb sorgt.
  • Unmittelbar nach der Saison sind Tests in Bahrain geplant.
  • Die Validierung im Windkanal ist für Mitte Dezember geplant.

Reiter und technische Verstärkung

Auch beim Fahrerbudget gibt es Änderungen. Milesi, Frédéric Makowiecki und Jules Gounon bleiben an Bord. Mit Antonio Felix da Costa kommt ein erfahrener Abstimmungsspezialist hinzu. Paul-Loup Chatin wechselt zu einem anderen Team und Habsburg hat keinen garantierten Sitz. Namen wie Victor Martins und Pietro Fittipaldi kursieren im Gespräch über mögliche Ersatzleute. Auch der technische Stab wird verstärkt: Ein erfahrener leitender Ingenieur wurde eingestellt, um die Entwicklung zu beschleunigen.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Der Sieg in Fuji ist nicht der Endpunkt. Er ist eine Grundlage. Darauf muss Alpine nun aufbauen, um strukturell um Meisterschaften und Le Mans-Siege zu kämpfen. Die Herausforderung bleibt: mehr Tests, schnellere Entwicklung und ein stärkeres Team. Wenn Alpine diese Schritte unternimmt, kann der Underdog öfter stunted. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Fuji ein Wendepunkt oder ein schöner Moment zwischen zwei Kampfpunkten ist.

de_DEDE