Warum HWAs Weggang so wichtig ist

Nach jahrzehntelanger Zusammenarbeit wird Mercedes-AMG die Zusammenarbeit mit HWA Ende November beenden. HWA war seit 2010 fester Partner des GT3-Programms und betreute große Teile des Kundensports sowie weitere Rennsportaktivitäten außerhalb der Formel 1 und der Formel E. Der Weggang hinterlässt eine große Lücke: Teile, Überholungen und Support für hunderte von Rennmaschinen müssen übernommen werden.

Mercedes-AMG baut seit 2024 die eigene Affalterbach Racing GmbH als 100%-Tochter auf. Diese neue Organisation soll ab 2026 nicht nur den After-Sales und die Revisionen übernehmen, sondern sich auch um die Entwicklung und den Bau des neuen GT3-Modells von Mercedes-AMG kümmern. Eine gewaltige Aufgabe, zumal auch AMG-Performance-Chef Michael Schiebe das Unternehmen verlässt, ohne dass ein Nachfolger in Sicht ist.

Praktische Engpässe und Planung

Insidern zufolge verläuft der Übergang nicht reibungslos. Bei der Affalterbach Racing GmbH arbeiten inzwischen mehr als 100 Personen, hinzu kommen Leiharbeiter. Dabei habe man anfangs mit weniger Personal gerechnet, heißt es. Mercedes-DSport-Chef Christoph Sagemüller sagt, der Aufbau laufe nach Plan und das Team bestehe überwiegend aus erfahrenen Motorsportlern.

Wichtige logistische Aufgaben stehen noch auf der Tagesordnung. Zehntausende von Teilen müssen inventarisiert und bewegt werden. Thomas Jäger, bei Mercedes-AMG verantwortlich für die DTM, spricht von wahrscheinlich 14.000 bis 15.000 Teilenummern. Damit der Betrieb der rund 300 AMG-Kundenfahrzeuge nicht ins Stocken gerät, wurden die Teams vorab informiert, um die Versorgung sicherzustellen.

Die Räumlichkeiten sind vorerst teilweise provisorisch eingerichtet. Affalterbach Racing verfügt offiziell über ca. 2.000 m² Werkstattfläche und 600 m² Bürofläche, aber ein Großteil der Arbeiten findet vorerst in Untertürkheim statt, ca. 20 km von Affalterbach entfernt. Das neue Teilelager ist in Magstadt geplant (ca. 25 km von Untertürkheim und 40 km von Affalterbach entfernt). Zum europäischen Saisonstart, so Jäger, sollen die Systeme wieder reibungslos laufen; eine Übergangslogistik wie die Teile-LKWs von HWA sollen dazu beitragen.

HWA kann beteiligt bleiben

Nicht alles ist definitiv abgesagt. Für Motorüberholungen sagt Affalterbach Racing, dass sie direkt bei Mercedes-AMG durchgeführt werden. Für Getriebeüberholungen sucht die neue Organisation noch nach einem externen Dienstleister. Als möglicher Partner wird hier HWA genannt, obwohl die Partnerschaft formal beendet ist.

HWA-Geschäftsführer Martin Marx bedauert, dass die Kundensportarbeit für AMG endet. Gleichzeitig stellt sich HWA als Partner und Dienstleister für Supportarbeiten zur Verfügung. Das lässt die Tür offen für Kooperationen, wo sie sich als sinnvoll erweisen.

  • HWA hat seit 2010 viele AMG Kundensportaktivitäten betreut.
  • Die Affalterbach Racing GmbH wurde als 100%-Tochter von Mercedes-AMG ab 2024 aufgebaut.
  • Mehr als 100 Mitarbeiter sind nun in der neuen Organisation tätig.
  • Etwa 14.000-15.000 Artikelnummern müssen inventarisiert und übertragen werden.
  • Lager- und Servicestandorte: vorläufig in Untertürkheim; Lager in Magstadt geplant.

Der Übergang ist also eine logistische und organisatorische Herausforderung, aber Mercedes-AMG betont, dass das Tempo und die Qualität der Kundenbetreuung beibehalten werden müssen. Ob die Affalterbach Racing GmbH dem rechtzeitig gerecht werden kann, bleibt spannend - mit Risiken und Chancen für die kommenden Saisons.

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