Porsche bestätigt Plan für Ayhancan Güven

Porsche hat offiziell bekannt gegeben, dass Ayhancan Güven Teil des Formel-E-Werksprogramms werden soll. Während der Nacht der Champions in Weissach erklärte die Marke, dass Güven nach seiner Beförderung zum Werksfahrer auf den Wechsel zur Formel E vorbereitet werde. Porsche spricht von einem klaren Plan und einer Vision, ihn langfristig in der Elektro-Serie fahren zu lassen.

Güven beeindruckte in der vergangenen Saison als DTM-Meister und erhielt daraufhin am 14. Juli 2025 in Berlin einen Rookie-Test in einem Formel-E-Boliden. Ohne nennenswerte Erfahrung in Formel-Fahrzeugen lieferte er eine bemerkenswerte Leistung und fuhr Geschwindigkeiten, die sich durchaus mit denen von Fahrern aus Formel-Klassen messen konnten.

Warum 2026 ein Übergangsjahr wird

Es scheint so gut wie sicher, dass Güven seinen DTM-Titel 2026 nicht verteidigen wird. Porsche will ihn auf die Gen4-Ära der Formel E vorbereiten und hat in seiner Kommunikation einen Einstieg im Jahr 2027 ins Auge gefasst, aber es gibt Hinweise darauf, dass er bereits Ende 2026 dabei sein könnte, wenn Porsche ein zweites Werksteam einsetzt.

Um technisch und regulatorisch gut vorbereitet zu sein, plant Porsche ein Zwischenjahr für Güven in der Langstrecken-WM (WEC). Diese Entscheidung ist zum Teil auf das Auslaufen des Iron Dames-Projekts nach finanziellen Problemen bei DC Racing zurückzuführen. Manthey nutzt daher das frei gewordene Auto und sucht noch Fahrer, wodurch ein Platz für Güven in der LMGT3-Klasse frei wird.

Für Güven ist ein Jahr in der WEC sinnvoll: Es verschafft ihm Rennerfahrung, passt zum Vorbereitungsprogramm von Porsche und hilft ihm, die erforderlichen FIA-Lizenzpunkte für die Formel E zu sammeln.

  • Vorbereitung: Porsche will Güven trainieren und für die Formel E (Gen4-Periode) fit machen.
  • Übergang: 2026 scheint ein Übergangsjahr zu sein, in dem neben den Vorbereitungen für die Formel E auch der Einsatz in der WEC im Vordergrund steht.
  • Sitz: Manthey setzt aufgrund des Ausfalls von Iron Dames (DC Racing) einen zusätzlichen Porsche ein.

FIA-Lizenzpunkte und der Weg zur Formel E

Ein wichtiger Grund für das WEC-Jahr ist die Anforderung der FIA für den Zugang zur Formel E. Für die E-Lizenz sind 15 Lizenzpunkte innerhalb von drei Jahren erforderlich, plus mindestens 100 km, die während eines offiziellen Trainings oder Tests in einem aktuellen Formel-E-Fahrzeug gefahren wurden. Die DTM-Meisterschaft brachte Güven in der vergangenen Saison sechs Punkte ein; ein LMGT3-Titel würde 12 Punkte und ein zweiter Platz 10 Punkte einbringen. Güven steht daher vor einer entscheidenden Saison, um genügend Punkte zu sammeln.

Darüber hinaus hat Güven keinen klassischen Formel-Hintergrund. Nach dem Kartfahren legte er eine fünfjährige Karrierepause ein und arbeitete sich später über die Porsche-Klassen nach oben. Das macht seine schnelle Anpassung beim Formel-E-Rookie-Test umso bemerkenswerter und erklärt, warum Porsche bereit ist, einen abweichenden, geplanten Weg einzuschlagen.

Praktisch bedeutet dies, dass Güven ein Übergangsjahr erhält, in dem Erfahrung, Lizenzanforderungen und Porsches Zeitplan für die Gen4-Periode zusammenkommen. Ob und wann genau der Schritt zum vollständigen Formel-E-Programm erfolgt, hängt von diesen Schritten und der Entwicklung innerhalb von Porsche ab.

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