Piastri verliert an Tempo: Das Muster ist klar

Oscar Piastri qualifizierte sich in Mexiko deutlich langsamer als sein Teamkollege Lando Norris. Seine schnellste Runde war 0,588 Sekunden langsamer als die von Norris. Aufgrund einer Grid-Strafe von Carlos Sainz steht Piastri nun auf dem siebten Startplatz. Das ist das erste Mal seit April, dass er in Gefahr ist, seine Führung in der Meisterschaft zu verlieren.

Auffällig ist, dass es sich nicht um einen Einzelfehler in Q3 handelt. Das Problem trat das ganze Wochenende über auf. In beiden freien Trainingssitzungen lag er etwa sechs Zehntel hinter Norris. Die Unterschiede in Q1 und Q2 betrugen 0,259 s und 0,485 s. Piastri war auch in der vergangenen Woche in den USA langsamer als sein Teamkollege.

Mögliche Ursachen auf einen Blick

Es gibt mehrere Erklärungen, die den Tempoverlust erklären könnten. Das Team und Piastri selbst führen mehrere Möglichkeiten an.

  • Unentdeckte Schäden am Auto nach einem Unfall in Austin.
  • Technische Teile, die an seinem Auto etwas anders funktionieren.
  • Unterschiedlicher Fahrstil und Anpassung an die Bedingungen mit wenig Grip.

Teamcheck: Auto scheint in Ordnung zu sein

McLaren sagt, dass es aufgrund von Daten und Überprüfungen kein offensichtliches mechanisches Problem gibt. Das Team betont, dass die Teile regelmäßig ausgetauscht werden und dass es keine Hinweise auf ein defektes Chassis gibt. Man würde eher den Boden oder den Frontflügel wechseln, als das Monocoque zu ersetzen.

Piastri selbst schloss einen Schaden jedoch nicht gänzlich aus. Er sagte, das Auto fühle sich im Allgemeinen normal an, habe aber oft weniger Grip als Norris.

Fahrstil und geringe Bodenhaftung

Nach Ansicht des Teams liegt die Ursache des Problems im Fahrstil. Norris scheint bei rutschigen Bedingungen mit wenig Grip besser zu sein. Piastri hingegen ist stärker, wenn es viel Grip gibt. Diese Unterschiede waren in Austin und in Mexiko sichtbar.

Ein wichtiger Punkt ist die Nutzung der Bremsen. In Mexiko und Austin konnte Norris in den starken Bremszonen mehr zulegen. Seine Bremsstrategie und seine Art, die Hinterreifen zu kontrollieren, verschafften ihm einen Vorteil. Piastri experimentierte mit Bremspunkten und der Länge seiner Bremszonen, konnte diesen Vorteil aber nicht immer ausspielen.

Wo hat Piastri Zeit verloren?

  • Kurve 1: verlor etwa 0,05 Sekunden am ersten Scheitelpunkt, weil ich etwas später gebremst habe.
  • Kurve 2 und die nächste Rechts-Links-Kombination: zusätzliche Zeit und Geschwindigkeit verloren.
  • Kurve 4-6: Bisher eine Schwachstelle, aber in Q3 verbessert.
  • Turns 7-11 (die schnellen Kehren): Hier baute Norris einen Großteil seines Vorsprungs aus, fast 0,45 Sekunden in Turn 12.

Bei der Ausfahrt aus Turn 10/11 und durch den Stadionkomplex verlor Piastri wieder Zeit. Das Management der Temperatur in der hinteren Reihe schien eine Rolle zu spielen. In der Analyse sagte er selbst, dass es sich eher so anfühlte, als ob er ‘überall ein bisschen verloren’ hätte, als dass es einen eindeutigen Problembereich gab.

Langfristiges Tempo und Rennimage

Das Problem war nicht auf eine schnelle Runde beschränkt. Selbst in langen Läufen sah Piastri langsamer aus als Norris. Das macht das Rennen knifflig. Es wird erwartet, dass Mexiko ein Prozessionsrennen mit einer Strategie rund um einen Boxenstopp sein wird. In einem solchen Rennen ist das Überholen schwierig. Daher wird es am Sonntag für Piastri hauptsächlich um Schadensbegrenzung gehen.

Doch das ist nicht das Ende. Piastri hat in dieser Saison bei mehreren Rennen gezeigt, dass er sich schnell anpassen und lernen kann. Das Team erwartet, dass er in Interlagos wieder auf seinem gewohnten Niveau fährt.

Schlussfolgerung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es keinen direkten Beweis für einen technischen Defekt gibt. Die Daten sprechen dafür, dass das Auto funktioniert. Die größte Chance ist, dass die Kombination aus geringem Grip und einem dafür weniger geeigneten Fahrstil Piastri teuer zu stehen kommt. Es ist ein Lernprozess für ihn. Am Sonntag geht es nur darum, begrenzte Verluste zu vermeiden. Danach wird er eine weitere Chance bekommen, das Problem anzugehen.

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