Wie lautet der Vorschlag?
Die Formel E und die FIA erwägen ernsthaft ein Wettbewerbselement im jährlichen Rookie-Test. Der Test wird im März der nächsten Saison in Jarama stattfinden. Die Teams müssen zwei Fahrer einsetzen, die noch nicht an einer echten Meisterschaft teilgenommen haben.
Wie würde sie aussehen?
Der Plan sieht vor, das aktuelle Qualifying-Format als Beispiel zu verwenden. Man denke an ein Gruppenqualifying mit anschließendem Zweikampf zwischen den Fahrern. Die geplanten sechs Stunden Testzeit würden teilweise geteilt und ein Teil für ein solches Qualifying reserviert.
Warum wird dies vorgeschlagen?
Es gibt mehrere Gründe, dies in Betracht zu ziehen. Der derzeitige sechsstündige Test stößt auf wenig öffentliches Interesse. Nur wenige Medien bleiben einen weiteren Tag, um den Test zu verfolgen. Außerdem wollen die Teams ihre Neulinge unter Bedingungen testen, die dem echten Rennstress ähneln. Gen3-Gruppenrennen und das Fahren auf temporären Straßenkursen erfordern besondere Fähigkeiten. Daher spielen Erfahrung und etablierte Fahrer eine große Rolle. Gleichzeitig wächst die Überzeugung, dass junge Talente aus der Formel 2 und der Formel 3 für die Gen4 bereit sind.
Der Standpunkt von Nissan
Dorian Boisdron, Renndirektor bei Nissan, sagt, dass Erfahrung in der Formel E entscheidend ist, und er glaubt, dass die Teams neue Talente für die kommende Gen4-Periode einbringen sollten. Seiner Meinung nach hilft ein Test im Stil eines Qualifyings, Rookies in einem realistischeren Formel-E-Kontext zu beurteilen. Das macht es für Teams und Fahrer einfacher, gemeinsam eine Entscheidung zu treffen.
Rückschläge aus dem Fahrerlager
Nicht alle sind begeistert. Andretti-Teamchef Roger Griffiths warnt, dass der Wettbewerb vielleicht nicht der richtige Schwerpunkt ist. Er weist darauf hin, dass viele Rookies bereits in der F2 oder F3 antreten. Griffiths zufolge sollte der Rookie-Test in erster Linie eine Lernumgebung sein. Die Fahrer müssen sich an die Zusammenarbeit mit den Herstellern und Ingenieuren gewöhnen. Seiner Meinung nach ist der Wettbewerbsstress anderswo besser aufgehoben.
Praktische Implikationen
Wenn sich die neue Abstimmung durchsetzt, wird sie vor allem das Format des Testtages verändern. Die Teams werden einen klareren Maßstab für die Leistung der Fahrer im Qualifying haben. Gleichzeitig könnte die Bedeutung einer guten Abstimmung und der Bereitschaft des Teams an diesem einen Wettbewerbstag zunehmen.
- Vorteile: bessere Beurteilung von Neulingen, realistischere Rennbedingungen, Sichtbarkeit von Talenten.
- Nachteile: Weniger Fokus auf die Lernarbeit mit Ingenieuren, zusätzlicher Druck auf junge Fahrer, möglicherweise höheres Risiko von Zwischenfällen während der Prüfung.
Wie geht es weiter?
Es gibt bereits Sondierungsgespräche mit Teams und Herstellern. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen. Jarama ist als Austragungsort im März geplant. Teams und Organisation halten sich die Optionen offen und wägen das Für und Wider ab.