Situation vor dem Titelkampf
Die Meisterschaft wird in Abu Dhabi entschieden. Lando Norris hat die besten Chancen. Er liegt 12 Punkte vor Max Verstappen. Oscar Piastri liegt Berichten zufolge vier Punkte dahinter.
Beide McLaren-Fahrer erschienen gemeinsam bei einer obligatorischen FIA-Pressekonferenz. Das war ihre einzige Medienaktivität an diesem Donnerstag in Abu Dhabi. Diese Entscheidung nährt jedoch allerlei Spekulationen.
Parlamentarischer Aufruhr in Australien
In Australien nahm die Geschichte eine seltsame Wendung. Ein parlamentarischer Ausschuss verwies auf Piastri und die angebliche Voreingenommenheit von McLaren. Diese entstand teilweise durch die Teamentscheidung in Katar. McLaren ließ die Autos unter einem frühen Safety Car nicht sofort herein. Kritikern zufolge kostete dies Piastri den Sieg.
Der Vorfall in Katar bremste Piastris Aufholjagd auf Norris. Außerdem konnte Verstappen Piastri in der Gesamtwertung überholen. Damit gilt Piastri nun als der größte Außenseiter der drei.
Piastri reagierte überrascht und erfreut, dass sein Name sogar im Parlament erwähnt wurde. Er bezeichnete die Unterstützung aus Australien als etwas Besonderes und sagte, er werde sein Bestes tun, um zu Hause zu feiern.
Medienbehauptungen versus Fakten
Ein australischer Bericht behauptete, Piastri sei aus den nationalen Medien verbannt worden und Norris habe einzelne Trainingseinheiten absolviert. Das ist nicht richtig.
McLaren entschied sich, in Abu Dhabi keine zusätzlichen freiwilligen Medientermine zu planen. Das galt für alle Medien. Auch Norris hielt keine separate Pressekonferenz mit britischen Zeitungen ab. Die Entscheidung kam vom Team. Weder Norris noch Piastri baten darum, keine zusätzlichen Medientermine zu vereinbaren.
Warum das Gerücht weiterhin besteht
Die zugrunde liegende Unruhe ist nicht neu. Fans und Journalisten weisen seit Monaten auf Fälle hin, in denen es den Anschein hat, dass Norris bevorzugt wurde. Es gab einige auffällige Rennentscheidungen, die zu Diskussionen führten. Auch Piastris schwächere Phase in den USA und Mexiko schürte die Zweifel.
- In einigen Rennen erhielt Norris strategische Entscheidungen, die ihn gegenüber Piastri hervorhoben.
- In Italien wurde Piastri gebeten, Norris nach einem unbeabsichtigten Undercut wieder vorbeizulassen.
- Piastri hatte in den USA und Mexiko einen Formtief, der möglicherweise technische Ursachen hatte.
- Piastris starkes Comeback in Katar machte die Situation noch heikler.
Was McLaren sagt
Das Team betont immer wieder, dass es keinen Fahrer bevorzugt. McLaren liefert technische Erklärungen für die Ergebnisse. Beispielsweise erfordern manche Rennstrecken einen Grip und einen Fahrstil, der einem Fahrer besser liegt als einem anderen.
Dennoch bleibt die Geschichte lebendig. Kleine Fehler oder unglückliche Teamorder verstärken den Eindruck von Ungleichheit. Das lässt sich nur schwer vollständig widerlegen.
Über das Fehlen in FP1
Einige sahen Piastris Abwesenheit im FP1 als Beweis für eine Verschwörung. In Wirklichkeit hat dies mit den obligatorischen Rookie-Sessions zu tun. Abu Dhabi ist eines der am wenigsten relevanten FP1. Es handelt sich um ein Tagesrennen auf einer verschmutzten Rennstrecke, daher nutzen viele Teams diese Session für junge Fahrer.
Schlussfolgerung
In dieser Angelegenheit geht es ebenso sehr um Reputation und Wahrnehmung wie um Fakten. McLaren versuchte, zusätzliche Ablenkung zu vermeiden, indem es keine freiwilligen Medienauftritte plante. Dennoch schüren alte Vorfälle und Unklarheiten weiterhin die Diskussion.
Ob tatsächlich eine Bevorzugung vorliegt, ist nicht bewiesen. Die Gerüchte werden erst verstummen, wenn das Team konsequent offen ist und die Ergebnisse sprechen. Vorerst bleibt Abu Dhabi das sportliche Urteil vorbehalten.