Auf einen Blick

Das vorletzte Rennen des Jahres 2025 brachte eine unerwartete Wendung im Kampf um den Titel. Das Ergebnis ist nun ein Dreikampf in Abu Dhabi. Der Grand Prix von Katar bot wenig Spektakel auf der Strecke. Strategische Fehler und Pech bestimmten den Ausgang.

Eine sichere Wahl für fast jeden

Die Teams hatten genau das erwartet, was dann auch eintrat. Pirelli legte Reifenstints von maximal 25 Runden in einem Rennen mit 57 Runden fest. Daher konzentrierten sich alle Simulationen auf ein mögliches Safety Car zu Beginn des Rennens. Ein Boxenstopp in Runde sieben würde fast alle dazu zwingen, zweimal 25 Runden bis zum Ziel zu fahren. Und genau so kam es auch.

Bei fast allen anderen Teams war dieser Boxenstopp bereits als Standardplan vorgesehen. Nur McLaren entschied sich anders. Dieser Unterschied führte zu unterschiedlichen Podiumsplatzierungen und störte vor allem die McLaren-Fahrer.

Piastri wieder in seinem Element

Oscar Piastri war in Lusail plötzlich wieder schnell unterwegs. Die Rennstrecke passt besser zu seinem Fahrstil als beispielsweise Las Vegas oder Brasilien. Das erklärt seine Wiederbelebung besser als Verschwörungstheorien über Teamorder. McLaren und Piastri sagten bereits seit Wochen, dass eine plötzliche Erholung möglich sei. Katar bestätigte dies.

Leider kostete Piastri diese strategische Entscheidung einen verdienten Sieg. Er verlor nicht nur den Sieg, sondern auch zusätzliche Punkte für die Meisterschaft.

Norris wurde durch das Safety Car zum Scheitern verurteilt

Lando Norris befand sich in einer schwierigen Lage. Unabhängig davon, ob McLaren beide Autos an die Box holte oder draußen ließ, verlor er an Boden. Da die meisten Teams den günstigen Boxenstopp nutzten und anschließend zwei 25-Runden-Stints fuhren, gab es für Norris wenig zu gewinnen. Letztendlich verlor er Positionen, was zum Teil auf die Situation und nicht auf eigene Fehler zurückzuführen war.

Lusail bleibt schlecht zum Folgen und Überholen

Lusail erwies sich erneut als schwierig für echte Duelle. Die schnellen Kurven im hinteren Teil sind schwer zu fahren. Die DRS-Zone auf der Geraden war zu kurz, um sie für effektive Überholmanöver zu nutzen. Außerdem verlangsamte die verlängerte Boxengasse den Reifenwechsel. Und die vorgeschriebenen 25-Runden-Stints zwangen fast alle zu einem gleichen Rhythmus. Zusammen führte dies zu wenig Action auf der Strecke.

Eine einfache Anpassung, wie die Verengung der ersten Kurve zu einer Haarnadelkurve, würde eine echte Bremszone schaffen und das Überholen erleichtern.

Ferrari kämpft mit Entwicklung und Reifen

Ferrari hatte in Katar vielleicht sein schlechtestes Wochenende der Saison. Das Auto war nicht konkurrenzfähig, laut beiden Fahrern war es unmöglich, eine schnelle Runde zu fahren. Das Team stellte im April die Upgrades am 2025-Auto ein. Während die Konkurrenten weiterentwickelten, fiel Ferrari zurück.

Darüber hinaus scheinen die hohen Reifendrücke, die in Katar vorgeschrieben waren, dem SF-25 zusätzlich geschadet zu haben. Der Ferrari reagiert empfindlich auf Abweichungen in der Fahrhöhe und hat einen engen Arbeitsbereich. Außerhalb dieses Bereichs sinkt die Leistung stark.

Alpine fällt ans Ende der Tabelle zurück

Alpine belegte den letzten Platz in der Konstrukteurswertung. Mit 22 Punkten liegt das Team 46 Punkte hinter Sauber. Zum ersten Mal in der Geschichte landete das Team auf dem letzten Platz in der Gesamtwertung, seit Renault zuvor noch nie so schlecht abgeschnitten hatte. Es ist ein enttäuschender Abschluss einer schlechten Saison.

Williams’ Entscheidung zahlt sich aus

Williams stellte im April die Weiterentwicklung des FW47 ein und konzentrierte sich auf 2026. Diese Entscheidung zahlte sich aus. Carlos Sainz erreichte erneut einen Podiumsplatz, diesmal in Katar. Sein Ergebnis war zum Teil auf clevere Boxenstopps während der Safety-Car-Phase und zum Teil auf eine gute Vorbereitung auf ähnliche Streckenverläufe zurückzuführen.

Mit diesem Wochenende sicherte sich Williams auch offiziell den fünften Platz in der Konstrukteurswertung. Das ist ein Aufschwung für die Zukunft.

Racing Bulls erlebt Déjà-vu mit Frontflügelbruch

Isack Hadjar verlor aufgrund eines plötzlich gebrochenen Frontflügels den sechsten Platz. Das Team dachte zunächst, dass das Teil noch halten würde, aber einige Runden später gab der Deflektor nach. Vor vier Jahren passierte etwas Ähnliches auf derselben Strecke in der AlphaTauri-Zeit. Die Ursache scheint eine starke Belastung durch hohe Kerbs bei hoher Geschwindigkeit zu sein.

Hadjar s Ausfall brachte dem Team Punktverluste ein, aber dank des Ausfalls von Konkurrenten und cleveren Fahrleistungen konnte es dennoch Punkte sammeln.

Haas scheitert erneut in der Umsetzung

Haas verlor erneut Punkte aufgrund von Fehlern während des Rennens. Ollie Bearman fuhr bei seinem Boxenstopp los, bevor das linke Hinterrad festsaß. Dadurch verlor er einen Platz in den Punkten. Esteban Ocon erhielt eine Strafe für einen Frühstart. Als er diese Strafe absitzen musste, berührte ein Mechaniker das Auto zu früh, sodass die Strafe erneut abgesessen werden musste. Ocon landete außerhalb der Punkte.

Durch diese Ausführungsfehler verlor Haas seine Position im Kampf um den sechsten Platz in der Konstrukteurswertung. Es steht nun unter Druck von Sauber.

Wichtigste Erkenntnisse aus Katar

  • Ein Safety Car zu Beginn des Rennens kann alles verändern. Die Teams bereiten sich darauf vor.
  • Strategische Entscheidungen sind manchmal wichtiger als Geschwindigkeit oder Fahrkönnen.
  • Einige Arbeitsplätze erfordern strukturelle Anpassungen, um wirklich aufholen zu können.

Ausblick auf Abu Dhabi

Der Titelkampf ist nun offen und spannend. Max Verstappen hat sich in der Zwischenwertung vor Piastri geschoben. Abu Dhabi wird entscheidend sein. Die Teams haben nun eine letzte Chance, ihre Autos und Strategien zu optimieren. Das Rennen dort wird alles entscheiden.

de_DEDE